NVL Chronische KHK, Version 6 – Empfehlungsübersicht

Rehabilitation (2018)

Empfehlungen/Statements

Empfehlungsgrad

9-1 [Hintergrund und Evidenz]

Die kardiologische Rehabilitation soll ein integraler Bestandteil einer am langfristigen Erfolg orientierten, umfassenden Versorgung von Herzpatienten sein.

9-2 [Hintergrund und Evidenz]

Die Frühmobilisation soll in der Akutklinik erfolgen.

9-3 [Hintergrund und Evidenz]

Der Übergang von Phase I in Phase II soll zeitnah erfolgen.

9-4 [Hintergrund und Evidenz]

Nach akutem Koronarsyndrom (ACS) oder nach aortokoronarer Bypass-Operation mit unkompliziertem Verlauf sollte empfohlen werden, bereits nach wenigen Tagen mit der Phase-II-Rehabilitation zu beginnen.

9-5 [Hintergrund und Evidenz]

Die Durchführung einer multidisziplinären Rehabilitation soll nach

  • ST-Hebungsinfarkt (STEMI);
  • Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI);
  • koronarer Bypass-Operation (auch in Kombination mit Klappenoperation)

empfohlen werden.

9-6 [Hintergrund und Evidenz]

Die Durchführung einer multidisziplinären Rehabilitation sollte in ausgewählten Fällen nach elektiver PCI empfohlen werden:

  • bei ausgeprägtem kardiovaskulärem Risikoprofil;
  • bei besonderer psychosozialer Risikokonstellation (z. B. Depressivität);
  • bei besonderem Schulungsbedarf;
  • bei Problemen mit der Adhärenz (bezüglich Medikation oder Verhaltensumstellung).

9-7 [Hintergrund und Evidenz]

Die Entscheidung, ob die Phase-II-Rehabilitation ambulant oder stationär erfolgt, sollte medizinische und psychosoziale Gesichtspunkte, den Wunsch des Patienten und die Verfügbarkeit von geeigneten Rehabilitationseinrichtungen berücksichtigen.

9-8 [Hintergrund und Evidenz]

Individuell angepasste Trainingsprogramme sollen die Grundlage der kardiologischen Rehabilitation bilden.

9-9 [Hintergrund und Evidenz]

Kardiovaskuläre Risikofaktoren sollen erfasst und medikamentöse sowie nicht-medikamentöse Maßnahmen überprüft und gegebenenfalls eingeleitet bzw. angepasst werden.

9-10 [Hintergrund und Evidenz]

Es soll eine bedarfsgerechte, individuelle soziale Beratung und Unterstützung des Patienten bei der beruflichen und sozialen Wiedereingliederung erfolgen.

9-11 [Hintergrund und Evidenz]

Symptome psychischer Belastungen sollen erfasst, ihre Bedeutung abgeschätzt und ihre Behandlung bei Bedarf eingeleitet werden.

9-12 [Hintergrund und Evidenz]

Angehörigen betroffener Patienten soll angeboten werden, an den Beratungen und Schulungen teilzunehmen, wobei deren spezielle Problematik berücksichtigt werden soll (z. B. Partnerschaftsprobleme, sexuelle Probleme, Lebensbewältigung).

9-13 [Hintergrund und Evidenz]

Bei allen Patienten mit KHK sollen regelmäßige Kontrollen der Risikofaktoren und Lebensqualität sowie eine kontinuierliche und individuelle Beratung unter Einbeziehung der Angehörigen in Bezug auf die notwendigen Maßnahmen zur Sekundärprävention durchgeführt werden.

9-14 [Hintergrund und Evidenz]

Patienten mit KHK, insbesondere nach ACS, nach Koronarintervention oder nach Bypass-Operation, soll die Teilnahme an einer ambulanten Herzgruppe oder anderen Nachsorgeprogrammen zur Förderung eines regelmäßigen körperlichen Trainings und anderer risikoreduzierender Lebensstiländerungen empfohlen werden.

9-15 [Hintergrund und Evidenz]

Eine zeitlich begrenzte Rehabilitationsmaßnahme in spezialisierten Rehabilitationseinrichtungen (Heilverfahren: ambulant oder stationär) sollte in folgenden Fällen empfohlen werden, soweit kein akutmedizinischer Handlungsbedarf besteht:

  • bei limitierender Symptomatik trotz Standardtherapie;
  • bei ausgeprägtem und unzureichend eingestelltem Risikoprofil;
  • bei ausgeprägter psychosozialer Problematik;
  • bei drohender Berufs-/Erwerbsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit.

NVL Chronische KHK, Version 6.0, 2022 – Empfehlungsübersicht
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zuletzt verändert: 15.09.2022 | 11:58 Uhr