Wer COPD hat, bekommt manchmal schlecht Luft. Gegen die Beschwerden helfen Medikamente, die man inhaliert. Fachleute empfehlen sogenannte LABA oder LAMA – einzeln oder als Kombination. Kommt es trotz der Kombination weiterhin zu Anfällen von Atemnot, kann zusätzlich Kortison-Spray in Frage kommen. Kortison-Spray hilft aber nur in bestimmten Situationen. Deshalb ist wichtig, vorab genau zu prüfen, ob es bei Ihnen sinnvoll sein könnte.
Empfehlung
Wenn Sie schon länger Kortison-Spray nutzen: Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob es bei Ihnen wirklich sinnvoll ist. Prüfen Sie gemeinsam, ob Sie es weglassen können.
Was ist Kortison?
Kortison ist ein Stoff, den der Körper selbst bildet. Es beeinflusst zum Beispiel das körpereigene Abwehrsystem und kann Entzündungen hemmen. Kortison als Arzneimittel wird künstlich hergestellt. Die korrekte Bezeichnung lautet "Glukokortikoid". Fachleute benutzen häufig auch das Wort "Kortikosteroid". Einfachheitshalber finden Sie hier immer den Begriff "Kortison".
Viele kennen Kortison als wichtiges Medikament bei der Asthma-Behandlung. Bei Asthma kommen die Beschwerden von einer dauerhaften Entzündung der Atemwege. Und dagegen hilft am besten Kortison-Spray.
Kortison bei COPD?
Bei COPD hilft Kortison oft nicht. Es gibt andere wirksame Medikamente, die das Atmen erleichtern. Man kann sie auch miteinander kombinieren, wenn eins allein nicht ausreichend wirkt.
Manchmal treten Asthma und COPD zusammen auf. Und bei manchen Menschen mit COPD sind die Atemwege zeitweise entzündet, so dass es zu einem plötzlichen Verschlechterungs-Schub der COPD kommen kann. Einen solchen Verschlechterungs-Schub nennen Fachleute Exazerbation.
Hilft mir Kortison?
Nur in folgender Situation empfehlen Fachleute Kortison als zusätzlichen Wirkstoff bei COPD:
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Sie inhalieren bereits regelmäßig zwei Atemwegs-erweiternde Medikamente und
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Sie hatten trotzdem Exazerbationen.
Dann kann Kortison-Spray helfen: In einer Studie konnte dadurch etwa 1 von 10 Verschlechterungs-Schüben verhindert werden.
Wann soll ich kein Kortison bekommen?
Kortison-Spray kann selten Lungenentzündungen hervorrufen und bei unvorsichtigem Gebrauch Pilz im Mund verursachen. Diesem Risiko sollen Sie sich nicht aussetzen, wenn Sie wahrscheinlich keinen Nutzen davon haben. Fachleute empfehlen deshalb, in folgenden Situationen Kortison-Spray abzusetzen:
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Es gibt keinen Hinweis darauf, dass bei Ihnen gleichzeitig Asthma vorliegt oder
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Sie hatten in der Vergangenheit unter Kortison schon einmal eine Lungenentzündung oder
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im Blut lassen sich nur wenige Eosinophile nachweisen. Das sind Zellen der körpereigenen Immun-Abwehr. Ihre Anzahl im Blut ist bei Entzündungen erhöht. Erhöhte Eosinophile weisen darauf hin, dass Kortison helfen kann.
Wenn Sie Kortison absetzen, sind häufige ärztliche Kontrollen wichtig.
Wo Sie eine Selbsthilfeorganisation in Ihrer Nähe finden, erfahren Sie bei der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen).
Internet www.nakos.de
Telefon 030 31018960
Dieses Patientenblatt ist Bestandteil der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) COPD.
Weiterführende Links
Für diese Information haben wir die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) COPD genutzt. Diese ist für Ärztinnen, Ärzte und andere medizinische Fachleute gedacht.